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Blitzeinschläge: Wie sicher sind Wohnmobile und Wohnwagen?

Die Karosserie eines herkömmlichen Autos wirkt wie ein Faradayscher Käfig und bietet bei Blitzeinschlägen einen zuverlässigen Schutz. Doch wie sieht es bei Wohnmobilen und Wohnwagen aus? Wir erklären, welche Fahrzeugtypen sicher sind und wie Sie sich bei Gewitter verhalten sollten.

Kein Schutz bei Wohnmobilen mit Kunststoff-Aufbau

Fahrzeuge mit einem Aufbau aus reinem Kunststoff oder in GFK-Bauweise besitzen keine elektrische Leitfähigkeit. Bei einem Blitzeinschlag entsteht somit keine schützende Hülle, die die Spannung über die Karosserie und die Reifen in den Boden leitet. Stattdessen sucht sich der Blitz den kürzesten Weg in die Erde und kann dabei auf Gas- und Stromleitungen und im schlimmsten Fall auf Menschen treffen.

Auch bei Fahrzeugen, die zwar eine metallische Außenhülle besitzen, aber Hub- oder Klappdächer aus Kunststoff haben, ist Vorsicht geboten. Durch die Dachaussparung wirkt die leitfähige Metallstruktur nicht mehr als geschlossener Rahmen und damit nicht mehr als Faradayscher Käfig.

Unterwegs bei Gewitter – und jetzt?
Foto von Andreas M auf Unsplash

Effektive Blitzableitung bei metallischer Außenhülle

In Wohnmobilen und Wohnwagen mit einer metallischen Außenbeplankung von mindestens 0,5 mm Aluminium können Sie sich dagegen sicher fühlen. Voraussetzung ist allerdings, dass alle Metallteile miteinander verbunden sind und dadurch einen leitenden Rahmen bilden. Bei einem Blitzeinschlag entsteht dann das schützende Wirkfeld eines Faradayschen Käfigs, das die elektrische Ladung außen über die Karosserie ableitet. Das gleiche gilt für Kunststoff-Beplankungen, die auf einem Metallgerippe befestigt sind. Auch hier bildet sich ein elektrisches Leitfeld, das zuverlässig vor Stromschlägen schützt.

Das richtige Verhalten bei Gewitter

Unabhängig davon, ob Ihr Wohnmobil oder Wohnwagen einen Faradayschen Käfig bildet oder nicht – in beiden Fällen sollten Sie einige Punkte beachten, um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

  1. Schließen Sie alle Fenster, Türen und Dachluken. Halten Sie sich zudem – vor allem bei Dachfenstern aus Kunststoff – nicht mit dem Kopf im Bereich des Daches auf.
  2. Achten Sie bei Gewitter darauf, keine metallischen Gegenstände anzufassen.
  3. Steigen Sie weder aus dem Fahrzeug noch in das Fahrzeug – denken Sie an die Gefahr der Schrittspannung! Halten Sie sich zudem nicht im Vorzelt auf.
  4. Schalten Sie alle Elektrogeräte aus.
  5. Ziehen Sie aufgrund der Überspannungsgefahr das außen am Wagen angebrachte 230-V-Kabel ab und platzieren Sie es möglichst einen Meter entfernt von der Stromquelle. Dadurch wird das Risiko minimiert, dass eine durch den Blitzeinschlag erzeugte Überspannung in das Wohnmobil übergeht.
  6. Steigen Sie nicht unter die Dusche und verschieben Sie den Abwasch auf später.
  7. Ziehen Sie eine vorhandene, ausfahrbare Antenne ein. Denken Sie zudem daran, das Antennenkabel aus dem TV-Gerät zu ziehen und zu erden.
  8. Parken Sie nicht auf einem offenen Feld oder exponiert auf einer Anhöhe.
  9. Halten Sie sich besonders bei Wohnmobilen und Wohnwagen aus reinem Kunststoff in der Fahrerkabine auf. Bei den meisten Modellen ist dieser Bereich mit Metall ummantelt und bildet dadurch einen schützenden faradayschen Käfig.
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