• 2204
  • 0

Sicher unterwegs im Winter: Tipps für das Fahren mit dem Wohnmobil

Das Reisen mit dem Wohnmobil kann im Winter eine faszinierende Erfahrung sein, bietet aber auch einige Herausforderungen. Winterliche Straßenbedingungen sind gerade bei großen Fahrzeugen nicht zu unterschätzen und erfordern viel Feingefühl beim Fahren, Bremsen und Wenden. Damit Ihre Winterreise sicher und unfallfrei verläuft, haben wir einige Tipps für Sie.

Von Roman Babakin | Adobe Stock

1. Freie Scheiben und Spiegel

Auch wenn es lästig ist, sorgen Sie dafür, dass Sie bei Ihren Fensterscheiben und Spiegeln die gesamten Flächen von Eis und Schnee befreien und nicht nur ein Guckloch schaffen. Eine eingeschränkte Sicht kann bei großen Fahrzeugen und gerade unter winterlichen Straßenbedingungen verheerende Auswirkungen haben. Sie gefährden nicht nur die eigene Sicherheit und die der anderen Teilnehmer, Sie riskieren auch saftige Bußgelder.

Um den Aufwand beim Kratzen und Schnee-Entfernen zu reduzieren, können Sie zum Beispiel große Flächen wie die Frontscheibe mit einer Thermofolie oder Thermomatte abdecken und damit einer Vereisung entgegenwirken. Sollte Ihr gesamtes Wohnmobil mit Schnee und Eis bedeckt sein, ist es zudem wichtig, vor Abfahrt nicht nur Scheiben und Spiegel, sondern auch das Kennzeichen, die Fahrzeugleuchten und das Dach freizuräumen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht durch herunterrutschende Schneemassen zu gefährden.

2. Verwenden Sie Winterreifen

Winterreifen sind entscheidend für die Sicherheit auf verschneiten oder vereisten Straßen. Sie bieten eine bessere Traktion und verkürzen den Bremsweg. Achten Sie auf eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern und vergessen Sie nicht, den Reifendruck regelmäßig zu überprüfen, da er sich bei kalten Temperaturen ändern kann.

3. Regelmäßige Bremsproben

Um die Straßenverhältnisse besser einschätzen zu können, ist es sinnvoll, auf gerader Strecke regelmäßig Bremsproben durchzuführen – natürlich nur, wenn keine anderen Fahrzeuge in der Nähe sind. Bremsen Sie kontrolliert und behutsam und testen Sie damit auch während der Fahrt immer mal wieder, ob die Straße noch sicher ist.

4. Richtig bremsen

Um beim Bremsen auf glatter Fahrbahn nicht ins Schlingern zu geraten, ist es grundlegend wichtig, vorausschauend und nicht zu schnell zu fahren und möglichst frühzeitig zu bremsen. Bei plötzlich notwendigen Bremsmanövern, können Sie die beste Bremswirkung erzielen, indem Sie bei Fahrzeugen mit ABS auf die Kupplung gehen, gleichzeitig das Bremspedal kräftig durchtreten und ruhig den Kurs halten.

Bei älteren Fahrzeugen ohne ABS oder EPS sollten sie jedoch vorsichtig sein. Hier ist es erforderlich, die Kupplung zu betätigen und auf die Bremse zu gehen. Das Fahrzeug wird gegebenenfalls ausbrechen, weshalb Sie die Bremse wieder lösen, behutsam in die gewünschte Richtung steuern und die Bremse dann erneut betätigen sollten. Den ganzen Prozess so lange wiederholen, bis sie sicher stehen. Dieses sogenannte Stotterbremsen verlängert zwar den Bremsweg, ist bei Fahrzeugen ohne ABS oder EPS aber sicherer.

Wenn Sie im Gebirge unterwegs sind und auf rutschigem Untergrund bergab fahren müssen, ist es des Weiteren ratsam, einen niedrigen Gang zu wählen und vorrangig die Motorbremse zu nutzen. Dadurch bleibt das Fahrzeug gut steuerbar und die Reifen blockieren nicht.

5. Vorausschauend und ruhig fahren

Fahren Sie im Winter immer vorsichtig und reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit. Ein angepasstes Tempo bietet Ihnen mehr Kontrolle über das Fahrzeug und vermindert das Risiko von Unfällen. Erhöhen Sie zudem den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, um genügend Zeit und Weg für Bremsmanöver zu haben. Der Bremsweg kann auf glatten Straßen nicht nur doppelt so lang, sondern je nach Bodenbedingungen und Fahrzeug-Voraussetzungen sogar 3-4 Mal so lang sein.

Achten Sie zudem auf ein ruhiges Kuppeln, damit Ihre Wohnmobil-Räder nicht blockieren. Das Gleiche gilt für das Lenken und Gas geben. Bewegen Sie Ihr Lenkrad nur langsam, geben Sie behutsam Gas und nehmen Sie den Fuß ruhig vom Gas, um ein Ausbrechen zu vermeiden.

Denken Sie außerdem vorausschauend, was mögliche Gefahrenzonen betrifft. Der Belag auf Brücken ist oft kälter als auf festem Boden und kann daher eher gefrieren. Auch Kreuzungen und Kurven sind mitunter stärker vereist und sollten immer mit reduzierter Geschwindigkeit angefahren werden.

6. Schneeketten anbringen

Schneeketten sind ein effektives Mittel, um die Traktion auf stark verschneiten Straßen zu verbessern – vor allem beim Bergauffahren. Auf einigen, gebirgigen Streckenabschnitten und in Ländern wie Österreich, Schweiz oder Norwegen sind sie sogar Pflicht.

Die Ketten sind in unterschiedlichen Varianten, meist als Seilketten, Ringketten oder Schnellmontagesysteme erhältlich und erfordern jeweils ein unterschiedliches Handling bei der Montage. Orientieren Sie sich an der Bedienungsanleitung des Herstellers und üben Sie das Anbringen vor der Reise, damit Sie im Ernstfall vorbereitet sind.

7. Wetterlage vor der Fahrt prüfen

Bevor Sie sich auf den Weg machen, sollten Sie sich über die aktuellen Wetterbedingungen und Straßenverhältnisse entlang Ihrer Route informieren. Passen Sie, wenn möglich, Ihre Pläne entsprechend an und treten Sie Ihre Fahrt erst bei günstigen Wetter- und Straßenverhältnissen an.

Als abschließenden Tipp empfehlen wir Ihnen, ein Fahrsicherheitstraining zu absolvieren, damit Sie alle Manöver durchspielen können und Ihre Reise mit Erfahrung und einem sicheren Gefühl antreten können.

© Copyright 2024 Autohof Kosmalla