Die richtige Balance: Wohnmobile sicher nivellieren

Nicht nur die Teller sollten im Wohnmobil nicht vom Tisch rutschen – auch Prozesse wie der Wasserabfluss funktionieren besser in einem gerade stehenden Wohnmobil. Wir geben Ihnen Tipps für das richtige Novellieren Ihres Fahrzeugs.

Nivelliertes Wohnmobil auf Campingplatz
Bild von Trond Abrahamsen auf Pixabay

Warum eine gerade Position wichtig ist

Ein ausbalanciertes Wohnmobil bietet zum einen ein besseres Wohngefühl, da die Schlafposition ausgeglichen ist, Geschirr und Gegenstände nicht in Schieflage geraten und sich jeder sicher und bequem im Fahrzeug bewegen kann. Zum anderen sorgt ein ausgeglichener Stand für die optimale Funktionalität der Geräte und Systeme im Wohnmobil.

Steht ein Reisemobil schief, kann zum Beispiel der Wasserabfluss gestört werden. Auch die Leistung von Absorberkühlschränken leidet unter einer Schräglage.

Bestimmung der Schieflage

Um die genaue Schräglage des Fahrzeugs herauszufinden, sollte man sich nicht allein auf sein Gefühl verlassen. Helfer wie eine Wasserwaage oder bestimmte Smartphone-Apps ermitteln exaktere Daten, um den Nivellierprozess zu einem besseren Ergebnis zu führen.

Wasserwaagen werden dabei auf ebenen Flächen wie dem Esstisch oder der Arbeitsplatte der Küche positioniert. Mit der Querlage der Waage kann man den Schrägstand nach links und rechts messen. Längs platziert gibt sie Auskunft, ob das Fahrzeug auch nach vorn oder nach hinten ausgeglichen werden muss.

Per Smartphone Apps wie Womoset oder der Wasserwaage-Funktion innerhalb der Kompass-App bei iPhones lässt sich ebenfalls ermitteln, inwieweit das Wohnmobil nivelliert werden muss. Dazu positioniert man das Smartphone auf einer geraden Fläche und gibt je nach App weitere Infos wie Spurbreite und Radstand ein. Die App misst nun die noch nötige Nivellierung, um alle Räder auf den gleichen Stand zu bringen. 

Sowohl Apps als auch Wasserwaage dienen während der Nivellierung als Marker. Man kann also mitverfolgen und nachprüfen, wann das Wohnmobil ausbalanciert ist. 

Nivellier-Hilfen

Um sein Wohnmobil effizient ins Waagerechte zu bringen, haben sich vor allem Auffahrkeile oder Luftkissen bewährt. Wichtig dabei ist, auf Qualität zu achten und auf die passende Größe für Ihr Fahrzeuggewicht und die Reifen. Der Reifen sollte immer komplett auf dem Keil oder Luftkissen stehen, damit der Reifengummi nicht strapaziert wird und das Fahrzeug beim Nivellieren stabil bleibt.

Grundsätzlich gilt es bei Hilfen wie Keilen und Luftkissen zu wissen, dass sie nicht immer eine 100% ausbalanciertes Ergebnis garantieren, da zum Beispiel Stufenkeile vorgegebene Stufengrößen haben und kein feinerer Zwischenspielraum möglich ist. Dennoch erfüllen sie den Zweck der Begradigung zu einem guten, meist völlig ausreichenden Niveau.
Eine perfekt genaue Nivellierung erreicht man nur mit einem hydraulischen Hubstützensystem, welches preislich aber bei mehreren tausend Euro liegt und sehr viel Gewicht mit sich bringt. Diese Systeme sind zudem relativ platzraubend und generell eher für wirklich große Wohnmobile zu empfehlen.

Auffahrkeile

Viele Auffahrkeile zum Nivellieren sind sogenannte Stufenkeile. Sie bestehen aus mehreren Stufen, auf denen das Fahrzeug am Ende stehen bleibt.

Die Stufenkeile werden direkt vor den Reifen gelegt, der angehoben werden soll. Muss wie in manchen Fällen für die Nivellierung in alle Richtungen ein Rad weniger angehoben werden als das andere, wird der Keil im Abstand einer Stufenlänge vor das Rad platziert.

Achten Sie beim Auffahren auf die Keile darauf, dass das Wohnmobil gerade fährt. Zudem sollte immer eine weitere Person von außen den Prozess überwachen und dem Fahrer gegebenenfalls Steueranweisungen geben. Steht das Fahrzeug erkennbar gerade, kann der Fahrer stoppen und die Feststellbremse anziehen. Mitunter passiert es, dass beim Bremsen das Fahrzeug etwas zurückrollt und an Höhe verliert. Empfehlenswert ist deshalb, das Wohnmobil wenn möglich rückwärts auf die Keile zu fahren.

Luftkissen

Eine Alternative zu Auffahrkeilen sind Luftkissen. Sie werden direkt vor den Reifen gelegt, wobei das Ventil immer frei liegen sollte. Man sollte beim Nivellieren nicht darauf fahren, damit es für das Aufpumpen frei zugänglich bleibt. 

Dann werden die Kissen entsprechend der notwendigen Ausgleichshöhen per manueller oder elektrischer Pumpe aufgeblasen. Fertig.
Besonderer Vorteil dieser Kissen ist die geringe Verstaugröße. Im nicht aufgeblasenen Zustand sind sie nur wenige Zentimeter schmal. Zudem sind sie einfacher zu handeln als die Auffahrkeile. Mit etwas Übung gelingt das Nivellieren mit Keilen nach einer Weile jedoch immer besser und der Preis ist deutlich geringer. Luftkissen können pro Stück schon an die 200-300 € kosten!

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