Am 1. Oktober 2019 trat ein neuer Förderaufruf zur SCR-Nachrüstung von leichten und (mittel)schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen in Kraft. Förderberechtigt sind Besitzer von Dienst-Fahrzeugen mit 2,8-7,5 t zulässigem Gesamtgewicht, die in Gebieten mit einer regelmäßigen Stickoxid-Grenzwertüberschreitung unterwegs sind.

 

Der Förderaufruf gehört zum Förderprogramm der Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Nachrüstung von dieselbetriebenen Handwerker- und Lieferfahrzeugen. Initialgeber des Förderprogramms war der „Dieselgipfel“ vom Oktober 2018 und die damit verbundenen Ankündigungen zur Reduzierung des Stickstoffdioxid-Ausstoßes.

Leichte und mittelschwere Fahrzeuge für Handwerks-, Sanitärbetriebe und kommunale Dienstleister befahren nahezu täglich die Innenstädte und werden in der Mehrzahl mit Dieselkraftstoff betrieben. Das somit in hohen Mengen ausgestoßenen Stickstoffdioxid bietet ein beachtliches Emissionspotenzial, das durch die Nachrüstung vermieden werden soll.

Wer ist förderberechtigt?

Eine Förderung zur SCR-Nachrüstung können alle Fahrzeughalter von Dienst-Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8-7,5 t beantragen, deren Unternehmenssitz in einer der aktuell 65 Städte liegt, die 2017 im Jahresmittel die NO2-Grenzwerte überschritten haben. Firmen in einer der angrenzenden Landkreise sind ebenfalls förderberechtigt. Weiterhin können die Fahrzeugbesitzer von der Förderung profitieren, deren Unternehmen einen Auftragsvolumen von mehr als 25 % in diesen Städten und deren angrenzenden Landkreisen haben.

Wieviel der Umrüstungskosten gefördert wird, war ursprünglich abhängig von der Unternehmensgröße. Mittlerweile kann jedoch davon ausgegangen werden, dass bis zu 80% der Aufwendungen übernommen wird. Bei leichten Fahrzeugen mit 2,8-3,5 t zulässigem Gesamtgewicht ist die Förderung dabei auf 3000 € pro Fahrzeug begrenzt. Bei schweren Dienst-Fahrzeugen (3,7-7,5 t) werden maximal 4000 € der Umrüstkosten übernommen.

Beantragung und Laufzeit

Förderanträge können bis zum 29. Februar 2020 über das Online-Portal Easy-Online gestellt werden. Die Laufzeit der geförderten Projekte endet spätestens am 31.12.2020.

Sollten bei Beantragung keine entsprechend zugelassenen SCR-Nachrüstsätze vorliegen, kann die Förderung trotzdem beantragt werden. Hierbei sollten allerdings Kostenschätzungen genutzt werden. Diese können sich an den 2018 veröffentlichten Schätzungen des BMVI orientieren, bei denen sich die Umrüstkosten für leichte Nutzfahrzeuge auf 4000-8000 € belaufen, bei schweren Handwerker- und Lieferfahrzeugen auf 6000-12000 €.

Fördermöglichkeit zur SCR-Nachrüstung von dieselbetriebenen Handwerker- und Lieferfahrzeugen