Ob Wohnmobil oder Caravan, Camper bieten endlose Reisefreiheit und ein Hauch von Abenteuer. Kein Wunder, dass seit dem Bau der ersten Caravans die Zahl der Campingfans stetig gestiegen ist. Zudem sind Wohnmobile und Wohnwagen mit einem Zelt nicht vergleichbar. Sie bieten gerade heutzutage Luxus, Komfort und Sicherheit auf Reisen. Grund genug, mal einen näheren Blick auf die Geschichte der fahrenden „Behausungen“ zu werfen.

Vom Caravan zum Wohnmobil

Wohnmobile existieren noch nicht so lang wie Caravans, die als Wohnanhänger von PKW´s gezogen werden. Echte Campingfans können sich auch heute noch für Retro-Caravans begeistern, die mit ihren kultigen Formen nie aus der Mode kommen. Vor allem die silbrig glänzenden Airstream Trailer, die ihre Ursprünge in Amerika hatten, sind auch heute noch heiß begehrt. Sie werden heute nicht nur als Camper verwendet, sondern auch als fahrende Küchen, die Straßenfeste bereichern.

Eines der ersten Wohnmobile war der VW-Bus, der 1967 vom Band rollte. Campingfans konnten ihn bereits ausgebaut kaufen, aber auch selber Hand anlegen. Der erste VW Bus hatte den Spitznamen „Bulli“, der bis heute zum Sprachgebrauch eingefleischter Campingfans gehört.

Camping rund um die Welt

Der Drang nach mehr Freiheit auf Reisen wurde bereits im 19. Jahrhundert in Großbritannien erfüllt. Es wurden Reisewagen gebaut, die als Vorgänger von Wohnmobilen oder Wohnwagen gelten. Sie waren luxuriös ausgestattet und wurden von Pferde gezogen.

Das erste Auto zum Wohnen, auch „Wohnauto“ genannt, wurde von Arist Dethleffs im Jahr 1930 erfunden. Er baute das Wohnauto für seine Verlobte Fridel Edelmann, die als Malerin auch auf Reisen frei und ungebunden sein wollte. Damit sie auf Reisen ihrer Kunst uneingeschränkt nachgehen konnte, entwickelte Arist Dethleffs für seine spätere Frau den Vorgänger des Wohnwagens. Die Produktion in Serie begann schließlich im Jahr 1935. Der Tüftler und Erfinder Arist Dethleffs hatte seine Frau Fridel mittlerweile geheiratet und ging mit ihr im „Wohnauto“ auf Reisen. Unterwegs wurden sie von zahlreichen Schaulustigen bewundert, die den Wunsch nach einem eigenen Wohnauto hatten und sofort Bestellungen aufgaben. Das bis heute bekannte Unternehmen Dethleffs wurde daraufhin im Jahr 1935 gegründet und die serielle Produktion der „Wohnautos“ begann.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Camping immer beliebter. Zahlreiche neue Hersteller wie Euro, Hymer, Frankia und Tabbert entstanden und machten Dethleffs in den 1950er-Jahren Konkurrenz. Ab dem Jahr 1956 sorgte in England „Constance“ ein liebevoll ausgebauter Alperson-Caravan für Furore.

Die Reiselust ist ungebremst

Im Zuge des Wirtschaftswunders der 60er Jahre stieg die Reiselust der Europäer, die flexibel und ungebunden die Welt erkunden wollten. Camping war nicht nur bezahlbar, es bot viele Vorteile. Mit einem Wohnwagen konnten die Urlauber die schönsten Landschaften und Strände erkunden. Wurde das Wetter schlecht, konnte man seine Reise ohne Probleme fortsetzen. Bereits im Jahr 1977 waren 89022 Wohnwagen hergestellt, womit die Höchstmarke seit 1965 erreicht wurde. Der Wunsch nach Freiheit und Ungebundenheit war ungebremst, weshalb im Jahr 1975 das Wohnmobil erfunden wurde. Im Gegensatz zum Caravan wurde hierbei kein Zugfahrzeug benötigt. In einem Wohnmobil wird nicht nur gelebt und Urlaub gemacht, sondern auch gefahren.

Campingplätze werden immer attraktiver

Ab circa 1985 interessierten sich auch immer mehr Menschen für den Urlaub auf Rädern. Wohnmobile und Wohnwagen werden immer komfortabler. Sie werden mit fließendem Wasser, Duschen und Toiletten ausgestattet. Die Campingplätze stellten sich auf den Reiseboom ein und boten ihren Besuchern immer mehr Luxus. Parzellierte Stellplätze, die mit elektrischem Strom und fließendem Wasser versorgt sind, steigerten die Attraktivität und den Komfort des Campingurlaubs. Die Zahl der Wohnmobile, die in Deutschland zugelassen waren, stieg von 1969 von 4839 bis 1984 auf 127966 Zulassungen.

Ungebrochene Beliebtheit

Mittlerweile werden Wohnwagen und Wohnmobile für jeden Bedarf angeboten. Von klein und sportlich, bis groß und luxuriös. Der Caravan-Trend ist ungebrochen und findet stetig neue Anhänger.

Die Geschichte des Caravanings